Landeskunde > Schwaben > Klöster

Denkendorf

Denkendorf, Westbau der StiftskircheDas Chorherrenstift geht zurück auf den Edelfreien Berthold von Denkendorf, der anlässlich seiner Pilgerfahrt ins Heilige Land 1120 eine Eigenkirche stiftete und den Brüdern vom Heiligen Grab in Jerusalem überwies.

1262 wurde das Stift dem Patriarchen von Jerusalem unmittelbar unterstellt und erlangte 1360 die Oberherrschaft über alle Niederlassungen des Ordens vom Heiligen Grab im Reich.

Im 14. und beginnenden 15. Jahrhundert standen die Reichsstadt Esslingen und Württemberg in Konkurrenz um die Ausübung der Schirmherrschaft, bis 1424 das Stift diese Herrschaft an Württemberg übertrug und fortan als württembergisches Kloster galt.

Um 1200 wurde anstelle der alten dem Hl. Pelagius geweihten Kirche aus der Mitte des 11. Jh. nach dem Vorbild der Hl. Grab-Kirche in Jerusalem ein Neubau errichtet.

Das Westwerk ist der älteste Bauteil der bestehenden Kirche (um 1200) und zeigt in der Geschossaufteilung oberitalienischen Einfluss. Das Obergeschoss des Turms aus dem 17. Jahrhundert. An der Langhaus-Südseite wurde 1976/77 die Zwerggalerie im Obergaden wieder in ihrer polychromen Fassung restauriert.

Das Langhaus der Kirche ist eine schmucklose flachgedeckte dreischiffige Basilika aus der Zeit um 1200, deren Mittelschiffarkaden von massigen Rechteckpfeilern gestützt werden. Der Chorraum zeigt zisterziensischem Einfluss und stammt aus der Mitte des 13. Jh.

Denkendorf, Langhaus der Kirche mit Zwerggalerie im Obergaden

Dekendorf, Mitelschiff der Stiftskirche

Denkendorf, MittelschiffarkadenWandaufriss des Mittelschiffs mit massigen Viereckpfeilern, schwach ausgebildeten Kämpferplatten und halbrund geschlossenen Arkaden. Darüber der Obergaden mit kleinen romanischen Fenstern.
Im Hintergrund die Wand des südlichen Seitenschiffs mit großen Maßwerkfenstern, 15. Jh.


Flach geschlossener Chorraum unter zisterziensischem Einfluss Mitte des 13. Jh.Flach geschlossener Chorraum unter zisterziensischem Einfluss Mitte des 13. Jh.
An der Ostseite durch Zwillingsarkaden abgetrennte Nischen, an der Nord- und Südseite vorgeblendete Arkadenstellung.

im Detail:  
siehe auch:  
weiter:  

Startseite | Service | Aktuelles | zur ZUM | © Landeskunde online/ kulturer.be 2018