13.10.22

Naturpark Südschwarzwald

Voluntourismus-Einsätze in der Wutachschlucht und am Rohrhardsberg

Freiwillige engagieren sich im Südschwarzwald

(nps) Am vergangenen Wochenende packten engagierte Freiwillige im Rahmen des Projektes „Voluntourismus für die biologische Vielfalt“ gleich an zwei Einsatzorten in der Region an. Am 14. und 27. Oktober stehen die letzten Termine in diesem Jahr auf dem Plan.

Zahlreiche Freiwillige setzten sich am Rohrhardsberg für die Offenhaltung von Lebensräumen des Auerhuhns ein. Bild: Naturpark Südschwarzwald e. V.Zahlreiche Freiwillige setzten sich am Rohrhardsberg für die Offenhaltung von Lebensräumen des Auerhuhns ein. Bild: Naturpark Südschwarzwald e. V.

Am vergangenen Freitag stand der erste Freiwilligeneinsatz in der Wutachschlucht bei Bad Boll auf dem Programm. Gemeinsam mit dem Regierungspräsidium Freiburg sowie Wutach-Ranger Martin Schwenninger und dem Forstbezirk Südschwarzwald von ForstBW setzten sich die Teilnehmenden ein für die Offenhaltung von besonders artenreichen Wiesen im Naturschutzgebiet, die wichtige Lebensräume und Jagdhabitate für Insekten und Spinnen sowie für Vögel und Fledermäuse darstellen.

Eine Gruppe junger Forstwirte in Ausbildung hatte am frühen Morgen die Flächen mit Genehmigung des Regierungspräsidiums vorbereitet und hereinwachsende Hecken und Bäume an den Wiesenrändern gefällt. „Werden diese Hecken und Bäume nicht regelmäßig entfernt, wachsen sie immer weiter in die Wiesen herein. Die wertvollen Lebensräume werden also immer kleiner oder drohen gar zu verschwinden“, erklärte Martin Schwenninger, der seit 2004 als Ranger in der Wutachschlucht aktiv ist. Die Freiwilligen räumten die Flächen weiträumig frei und staunten über den Artenreichtum an der Wutach. Auf den zu pflegenden Wiesen wachsen Trollblumen, Traubenhyazinthen und andere seltene Arten. Über die Entdeckung einer weiteren besonders geschützten Art freuten sich die Freiwilligen besonders: einen schwarz-gelb leuchtenden Feuersalamander.

Auch am Rohrhardsberg versammelte sich am Samstagmorgen erneut eine Gruppe freiwilliger Helferinnen und Helfer – diesmal zur Biotoppflege für das vom Aussterben bedrohte Auerhuhn. Gemeinsam mit Förster Johannes von Stemm von ForstBW Forstbezirk Hochschwarzwald sowie Ranger Nikolas Binder ging es für die Gruppe in einen ruhigen und abgelegenen Teil des Rohrhardsbergs. Bei seinem inzwischen fünften Einsatz im Projekt Voluntourismus erklärte von Stemm den Freiwilligen, warum ruhige und lichte Waldstrukturen für das Überleben des selten gewordenen Waldvogels wichtig sind. „Das Auerhuhn findet immer weniger geeigneten Lebensraum im Schwarzwald vor. Der Rohrhardsberg stellt einen wichtigen Rückzugsraum und Trittstein zwischen Nord- und Südschwarzwald dar“, so von Stemm. Ausgestattet mit Äxten, Astscheren und Sägen stellte die Gruppe daher eine lichte Schneise als Verbindungsstück zu einem nahegelegenen, für das Auerhuhn geeigneten, Waldstück her. Nikolas Binder, der seit Jahresbeginn Ranger am Rohrhardsberg ist, lieferte beim Einsatz spontan einen Nachweis für das Vorhandensein des Urvogels in dem Gebiet, indem er vor Ort Losung eines Auerhuhns fand. Die Auerhuhnbiotopflege ist Bestandteil des Aktionsplans Auerwild, der im Staatswald durch ForstBW umgesetzt wird.

Die Tageseinsätze des vergangenen Wochenendes finden im Rahmen des Projektes „Voluntourismus für die biologische Vielfalt“ in Kooperation mit dem Naturpark Südschwarzwald e. V. statt. Ziel des Projektes im
Bundesprogramm Biologische Vielfalt ist es, einen aktiven Beitrag zum Schutz und zur Förderung der biologischen Vielfalt zu leisten und gleichzeitig die Teilnehmenden für deren Bedeutung zu sensibilisieren. Daher organisiert der Naturpark Südschwarzwald in Kooperation mit einer Vielzahl von engagierten Partnern aus der Region von Juli bis Oktober zahlreiche Tageseinsätze. Ob Biotoppflege für das Auerhuhn, Biotoppfege für das Auerhuhn oder Offenhaltungsmaßnahmen in der Wutachschlucht – die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig. Die Teilnehmenden müssen bis auf Trittsicherheit, Spaß an Bewegung und Interesse für die Natur keine speziellen Voraussetzungen erfüllen. Das benötigte Werkzeug und ein Mittagssnack werden gestellt. Die fachliche Anleitung vor Ort übernehmen Förster, Ranger und weitere Fachleute aus der Region. Sie alle teilen ihr umfangreiches Wissen gerne mit den Freiwilligen.

Am kommenden Freitag, den 14. Oktober, sowie am Donnerstag, den 27. Oktober, finden in Kooperation mit ForstBW die vorerst letzten Einsätze für dieses Jahr statt. Hier stehen zwischen Freiburg-Kappel und Kirchzarten zum einen die Pflege von jungen Eichen und zum anderen eine erneute Biotoppflege für das Auerhuhn auf dem Programm. Weitere Informationen und Anmeldung unter www.voluntourismus-im-naturpark.de und www.naturschutz-im-urlaub.de.

Weitere Informationen und Anmeldung unter Iconwww.voluntourismus-im-naturpark.de.

Die weiteren Tageseinsätze
▪ 14. Okt. (Fr): Eichenpflege in Freiburg-Kappel/Kirchzarten
▪ 27. Okt. (Do): Biotoppflege für das Auerhuhn in Freiburg-Kappel/Kirchzarten

im Detail:  
siehe auch: Unsere Nachricht vom 15.6.22

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