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Von wegen
l'art pour l'art!
Sonderführung am 20.08.2005, 14.00 Uhr zu Carlo Carlone und Johann
Heiß
Auf den ersten
Blick könnten die Unterschiede zwischen dem Italiener Carlone
und dem Augs-burger Heiß nicht größer sein. Carlone, der aus einer
großen lombardischen Künstlerfamilie stammte, erhielt prominente
Aufträge an Fürstenhöfen und großen Klöstern in Österreich und
Süddeutschland. Er gilt als einer der bedeutendsten Maler des
italienischen Barocks und besaß durch seine Tätigkeit für weltliche
und geistliche Mäzene einen angesehenen Status als Hofkünstler.
In Schloss Ludwigsburg schuf er die prachtvollen Deckenfresken
der Schlosskapelle und der Ahnengalerie.
Ganz anders
dagegen Johann Heiß. Er gehörte zu den wenigen deutschen Künstlern,
die nach dem Dreißigjährigen Krieg tätig waren. Sein Vater war
Geschichtsschreiber und auch die ande-ren Familienmitglieder gingen
keiner künstlerischen Tätigkeit nach. Handwerklich ausgebildet
wurde er bei den Memminger Malern Hans Conrad und Johann Sichelbein.
Ab 1667 ist er in Augsburg nachzuweisen, wo er für das kämpfte,
was für Carlone bereits selbstverständlich war: Die Anerkennung
der Malerei als Freie Kunst und eine akademische Ausbildung für
Künstler.
Bei aller
Unterschiedlichkeit der Künstler fällt bei näherer Betrachtung
jedoch eine Gemeinsam-keit auf: Beide benutzten ihre Kunst, um
ein bestimmtes Ziel zu verfolgen: Carlone verherrlicht mit seinen
Herrscherallegorien die Fürsten, Heiß propagiert das Ansehen des
Künstlers in sei-nen sogenannten Akademiebildern, von denen eines
in der Ludwigsburger Barockgalerie hängt. Daher möchte die Sonderführung
zu den beiden Malern vor allem den Aspekt der Kunst als "Mittel
zum Zweck" näher beleuchten, und das vor dem Hintergrund zweier
sehr interessanter wenn auch unterschiedlicher Künstlerpersönlichkeiten
Dabei werden
nicht nur die thematisierten Maler einen vielschichtigen Blick
auf die Kunst ermöglichen. Gehalten wird die Führung von einer
Kunsthistorikerin und einer Restauratorin, so dass neben den Bildinhalten
auch der technische Hintergrund der Werke eine Rolle spielen wird.
Diese so verschiedenartige Künstler einmal vergleichend zu betrachten,
hat zwei ebenso unterschiedliche Anlässe: Zum einen ist das 230.
Todesjahr Carlo Carlone (1686-1775), zum anderen der Erwerb des
nun in der Barockgalerie Ludwigsburg hängenden Gemäldes "Allegorie
der Demeter" von Johann Heiß (1640-1704) durch die Staatsgalerie
Stuttgart.
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