12.5.25

Badisches Landesmuseum / Schloss Karlsruhe

Das Karlsruher Schloss im Miniaturformat

Klötzle‐Schloss aus 250.000 Klemmbausteinen im Museum beim Markt

(blm) Seit vergangenen Freitag ist mit dem neuen „Klötzle- Schloss“ ein spektakuläres Highlight im Museum beim Markt zu bewundern: Fast 5 Meter lang, 1,60 Meter hoch und aus rund 250.000 Klemmbausteinen gebaut, veranschaulicht die Miniatur das Karlsruher Schloss – als Wahrzeichen der Stadt, Erinnerungsort und Bauprojekt der Zukunft.

"Klötzleschloss" aus Klemmbausteinen im Museum am Markt in Karlsruhe.  "Klötzleschloss" im Museum beim Markt in Karlsruhe.
Foto: Hannes Deters, BLM

„Beim Klötzle-Schloss handelt es sich um die größte mir bekannte Museumsdarstellung aus Klemmbausteinen“, sagt Marvin Gedigk, Projektleiter am Badischen Landesmuseum. Er hat das Projekt von der ersten Idee bis zur Umsetzung begleitet. Eindrucksvoll ist nicht nur die Größe des Bauwerks im Maßstab 1:34, sondern vor allem die Präzision: Die Südseite zeigt die ver- traute Schlossfassade mit allen architektonischen Details. Zur Parkseite hin öffnet sich das Modell wie eine gigantische Puppenstube und gibt den Blick auf die Innenräume frei. Dort werden nach und nach sämtliche Sammlungsausstellungen des Badischen Landesmuseums mit allen Vitrinen und Objek- ten eingebracht. Erste Räume wie der Thronsaal mit den badischen Kronin- signien sowie die Sammlungsbereiche „Baden und Europa“ und „Weltkultur/Global Culture“ sind bereits fertig.

Das Klötzle-Modell zeigt zunächst den Zustand des Karlsruher Schlosses vor der Sanierung, wie ihn alle kennen. In den kommenden Jahren soll sichtbar werden, was sich im Zuge der Sanierungsarbeiten im Inneren verändert. So können die Besucherinnen und Besucher jede Baumaßnahme Schritt für Schritt mitverfolgen.

Geplant und gebaut wurde das Modell von der Firma Stone Heap aus Karls- ruhe, einem Unternehmen, das sich auf Klemmbaustein-Sets und Sonderan- fertigungen spezialisiert hat. Unterstützt wurde das Team von bis zu 14 Beteiligten aus der regionalen Klemmbaustein-Community, darunter erfahrene „AFOLs“ (Adult Fans of LEGO) aus Karlsruhe. Zeitweise arbeiteten bis zu acht Personen gleichzeitig an zusammengeschobenen Tischen, jeder an einem eigenen Bauabschnitt, ob an den weitgespannten Seitenflügeln oder an der Turmspitze.

Die eigentliche Herausforderung waren aber weniger die langen Bau-Tage oder die vom vielen Drücken strapazierten Fingerspitzen, sondern das Warten auf ganz bestimmte Steine. Denn für das Karlsruher Schloss kam nur ein einziger Farbton infrage: „Light Yellow“ – genau jene zartgelbe Nuance, die dem originalen Fassadenputz am besten entspricht. Dafür musste eigens eine Sondercharge produziert werden: Nach Angaben des Produzenten in China war es die bislang größte Bestellung dieses seltenen Farbtons, die dort jemals einging. Zwischen chinesischem Frühlingsfest, Unsicherheiten rund um den Suezkanal und alternativen Lieferwegen über Afrika wurde in Karlsruhe sehnlich auf die Anlieferung gewartet. Weil einzelne Spezialteile fehlten, sägte man aus rund 300 Zweier-Steinchen per Hand die benötigten Einser-Elemente. Hinzu kam die vielleicht größte Herausforderung: Höchste Konzentration war gefordert beim Platzieren der grundlegenden Klemmbausteine und beim Ansetzen der Fassadenmauern. Denn bei einem Modell dieser Dimension reicht schon eine Noppe an der falschen Stelle – und dann stimmen die Proportionen nicht mehr.

Das fertige Klötzle-Schloss im Museum beim Markt ist konstruktiv clever durchdacht: Es besteht aus vier transportfähigen Segmenten und lässt sich so bei Bedarf flexibel auch an einen anderen Standort versetzen. Die Innenräume sind modular konzipiert und können schrittweise erweitert werden.

Zu sehen ist das Klötzle-Schloss im kostenfreien Open Space von Dienstag bis Sonntag ab 11 Uhr. Das gesamte Erdgeschoss wurde als offener Ort zum Verweilen und Entdecken neu gestaltet. Sitzmöglichkeiten laden dazu ein, länger zu bleiben, wiederzukommen und das Karlsruher Miniatur-Museum immer wieder neu zu bestaunen. Künftig sind hier zahlreiche Veranstaltungen rund um das Klötzle-Schloss geplant, darunter Workshops für Familien und Klemmbaustein-Fans. „Das Schloss hat vielleicht weniger Quadratmeter als das Original, macht aber großen Eindruck!“, freut sich Gedigk.

Wer das Karlsruher Schloss im Kleinformat mit nach Hause nehmen und selbst zusammensetzen möchte, wird ab August im Museumsshop fündig: Zur Karlsruher Museumsnacht „KAMUNA“ startet dort der Verkauf einer kompakten Mini-Version mit rund 350 Teilen für 14,95 Euro.

Öffnungszeiten Museum beim Markt
Di–Do, 11–17 Uhr Fr–So und Feiertage 11–18 Uhr
Mo geschlossen
museum x (Open Space mit Museumsshop und Klötzle-Schloss) im EG: Eintritt kostenfrei
Sammlung „Angewandte Kunst seit 1900“ im 1. OG: 5 Euro / erm. 4 Euro

www.landesmuseum.de

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