Alchemie in Schloss Weikersheim

Eine Dauerausstellung der Staatlichen Schlösser und Gärten

Am 22. Mai öffnete eine neue Dauerausstellung ihre Tore für Besucherinnen und Besucher. Unter dem Titel "Alchemie in Schloss Weikersheim" wird in den Räumen der einstigen Schlossküche das untergegangene alchemistische Laboratorium des Grafen Wolfgang II. von Hohenlohe aus dem 16. Jahrhundert zu neuem Leben erweckt. Diesem Laboratorium und der Vorliebe des Grafen für die Alchemie ist die neue Dauerausstellung der Staatlichen Schlösser und Gärten gewidmet. Ermöglicht wurde diese Ausstellung durch die Unterstützung der Staatlichen Toto-Lotto GmbH Stuttgart.

Graf Wolfgang II. war ein leidenschaftlicher Alchemist. Wissbegierig sammelte er in seiner Bibliothek die wichtigen wissenschaftlichen Werke seiner Zeit. Wie viele seiner Zeitgenossen, war auch Graf Wolfgang auf der Suche nach dem Stein der Weisen, der unedle Metalle in Silber, ja sogar in Gold umwandeln und Krankheiten heilen sollte. Manch ein betrügerischer Goldmacher nutzte diese Suche der Alchemisten aus. So auch in Weikersheim: 1595 kam Michael Polhaimer an den Weikersheimer Hof und wollte den Grafen einen Transmutationsprozess lehren. Bevor Graf Wolfgang sein Fachwissen auf die Probe stellen konnte, verschwand Polhaimer bei Nacht und Nebel ins Würzburgische — nicht, ohne einen Vorschuss eingesackt zu haben. Der Glücklose war aber bald verhaftet und büßte seine Schuld im Weikersheimer Gefängnis. Nach seiner Entlassung sollte er seine Schulden als Kanzleischreiber abarbeiten. Tragischerweise wurde er jedoch kurz darauf bei einem Streit erstochen.

Neben den Versuchen Gold herzustellen, führte Graf Wolfgang auch Experimente durch, die praktischen Zwecken galten. Er hatte im Schloss ein Destillatorium einrichten lassen, in dem zu gewerblichen Zwecken Branntwein hergestellt wurde. In der Schlossapotheke bereitete seine Frau, Gräfin Magdalena, Medikamente zu.

Zusammengetragen hat die zahlreichen Dokumente über Graf Wolfgang und sein Laboratorium Jost Weyer, Professor für die Geschichte der Naturwissenschaften in Hamburg. Jahrelang verfolgte er die Spuren des Grafen in den Archiven und Bibliotheken von Baden-Württemberg, v.a. in Hohenlohe. Dank seiner Ergebnisse konnte für die Ausstellung ein detailgetreues Modell des Laboratoriums nachgebaut werden. Was in der umfangreichen Bibliothek des Grafen stand, längst in alle Winde zerstreut, lässt sich in der Ausstellung wieder entdecken: Reproduktionen der alten Titel und Erläuterungen dazu füllen ein nachempfundenes Bibliotheksregal.

Text: Staatl. Schlösser und Gärten

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Graf Wolfgang II. als Alchimist

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